Mit Bewegungspausen zur Konzentration zurück

Mit Bewegungspausen zur Konzentration zurück

Fällt es deinem Kind nach einigen Minuten schwer, bei seinen Hausaufgaben zu bleiben? Beginnt es zu träumen, ist schnell abgelenkt oder wird es unruhig? Kindergerechte Bewegungspausen helfen deinem Kind, wieder in die Konzentration zu finden.

Kinder brauchen häufige Pausen!

Auch das Gehirn von Kindern kann nicht die ganze Zeit gefüttert werden. Zwischendurch muss es entspannen. Nur so wird es wieder aufnahmefähig.

Du findest hier 15 bewährte Pausen, die deinem Kind helfen, wieder aufnahmebereit zu werden.

Wie lange können sich Kinder konzentrieren?

Du hast bestimmt auch schon beobachtet, dass sich dein Kind bei etwas, das es interessiert, stundenlang konzentrieren kann. Aber bei den Hausaufgaben sieht das ganz anders aus: Trödeln, Träumen, Trommeln!

Und ehrlich gesagt, kennen wir das bei uns selber ja auch. Wenn uns etwas mehr anstrengt, ist das Gehirn nach ein paar Minuten einfach nicht mehr auf Zack.

Wie lange können sich Kinder konzentrieren?

Ein 7-Jähriger braucht also spätestens alle 15-20 Minuten eine kleine Pause, um sich geistig zu erholen und fit für Neues zu sein!

Wie merkst du, dass dein Kind eine Pause braucht?

Verlass dich aber zusätzlich auf deine Beobachtung: Wenn dein Kind schon nach 10 Minuten zapplig wird, abschweift oder träumt, dann braucht es eben schon nach 10 Minuten eine kleine Pause.

Welche Pausen eignen sich am besten?

Für Kinder eignen sich am besten kurze Bewegungspausen.
Wir nennen diese Pausen auch Brain Breaks.

⏱ Brain Breaks sind kurz!

🤸🏽‍♀️ Sie verschaffen Bewegung

🧠 Brain Breaks schicken Blut und Sauerstoff ins Gehirn und erfrischen am besten!

Warum sind Bewegungspausen die besten Brain Breaks?

Warum sind Bewegungspausen die besten Brain Breaks?

Kinder, die unruhig werden, zeigen damit nichts anderes an, als dass sie jetzt etwas Bewegung brauchen. Das ist eine gesunde Reaktion und hat nichts mit mangelnder Reife zu tun!

Die Bewegungspause hilft ihm, wieder zurück zur Konzentration zu finden.

15 Brain Breaks für Vorschulkinder bis Schüler

In 3 Schritten zu einer guten Bewegungspause

Zuerst macht dein Kind eine (wilde) Bewegungs-Übung für 1-3 Minuten,
dann eine ruhige Kraftprotz Übung am Ort,
und zuletzt am Tisch eine Atemübung.

Dann ist es wieder bereit!

Warum drei verschiedene Übungen?

Führe dein Kind durch diese 3 Übungen hindurch. Sie sind wie der Count-Down eine 3-stufige Neu-Einstellung auf das Lernen.

Mit der Bewegungsübung kann dein Kind Dampf ablassen, seine Muskeln lockern und die Augen entspannen. Danach ist es in der Lage, wieder ruhig am Tisch zu sitzen und die Augen auf Arbeitsdistanz einzustellen.

Die Kraftprotz-Übung stimuliert seine Eigen-Wahrnehmung. Sie ermöglicht ihm, sich selber präsent und geerdet zu fühlen. Und durch die beiden Übungen auf dem Stuhl und am Tisch ist es – schwupps, ohne 😉 Aufforderung – wieder zurück am Tisch!

Die Atemübung lässt es ruhig und fokussiert werden: Es ist bereit für neues Lernen.

Bewegungspausen

Wähle mindestens 1 der Bewegungspausen aus. Sie sollen 1-3 Minuten dauern und dem Bewegungsdrang deines Kindes entsprechen.

Tanzen oder Stopp-Tanz
Wer springt weiter?
Ballon
Tiergänge
Zufallsbewegungen
Balancieren
Nasenpinseln

Kraftprotzübungen

Wähle mindestens 1 Kraftprotzübung.

Schubkarre
Füße an Wand abstützen, auf Händen gehen
Wandliegestütz
auf Stuhl abstützen
auf Unterarm abstützen

Atemübungen

Arme schwingen
Suppe kühlen
Federchen pusten

Nummer 1 für Konzentration: Bewegung!

Tanzen oder Stopp-Tanz

Tanzen ist eine super Bewegungspause, da es massenweise Serotonin* produziert und Gelegenheit gibt, Dampf abzulassen. Lege die richtige Musik auf, und los geht’s!

*Serotonin wirkt sich positiv auf die Stimmung aus, stimuliert die Gedächtnisleistung und fördert den Schlaf. Folgen von Mangel können schlechte Laune, Angstzustände und Aggressivität sein. 

Tanzen ist eine super Bewegungspause

Musik für kleine Kinder bis ca. 6 Jahre
I like to move it
Hokey Pokey Minidisco
Stopp-Tanz: Als Variante kannst du einen Stopp-Tanz spielen. Wenn die Musik stoppt, muss dein Kind still stehen, bis sie wieder einsetzt.
oder jede andere rhythmische Musik, die ihr gerne hört

Was trainieren wir hier gleich mit?
Der Stopp-Tanz trainiert zusätzlich die Impulshemmung: einem Reiz nicht nachgeben, sondern eine Regel (hier: still stehen) einhalten. Impulshemmung ist wichtig für gute Konzentration!

Hier findest du noch mehr Ideen, wie du die Impulshemmung deines Kindes fördern kannst.

Wer springt weiter?

Klebe einige Linien Malerband im Abstand von ca. 30cm auf den Boden.

Wer springt weiter?

Lass dein Kind von der Startposition aus springen. Welcher seiner 5 Sprünge ist der längste?

Was trainieren wir hier gleich mit?
Neben der Grobmotorik und einem kleinen Kraft- und Sprungtraining übt das Kind hier das Vergleichen von Längen, das es in der Mathematik später mal einsetzen wird. Es vergrössert seinen Wortschatz, lernt Steigerungen (lang, länger, am längsten etc.) und übt sich im Messen.

Ballon in Luft halten

Dein Kind stupst in dieser Reihenfolge einen Ballon an und hält ihn so ständig in der Luft!

Kopf, Schulter, Ellenbogen, Handrücken, Knie, Fuß und dann wieder rückwärts!

Noch mehr Spiele mit Ballon findest du hier

Was trainieren wir hier gleich mit?
Das Kind lernt, Abfolgen einzuhalten. Es bekommt ein Gefühl für seinen Körper. Es trainiert die Hand-Augen-Koordination und die Blickmotorik. Diese braucht es auch für erfolgreiches Lesen und Schreiben.

Tiergänge

Lass dein Kind verschiedene Bewegungen üben. Das macht ihm am meisten Spaß, wenn es Tiere nachahmt.

Stampfe wie ein Elefant, hüpfe wie ein Frosch, gallopiere wie ein Pferd, watschle wie eine Ente, tripple wie ein Mäuschen…

Ich habe für dich Tierkarten vorbereitet, die dein Kind ziehen kann. Hier geht’s zum Download

Was trainieren wir hier gleich mit?
Wenn dein Kind auf Ansage einmal kraftvoll stampfen, das andere Mal fein trippeln muss, lernt es, sich anzupassen, zu „regulieren“. Dies wird von ihm später auch in der Schule (und im richtigen Leben) erwartet, wenn es nicht jeder Gefühlsregung nachgeben soll.

Zufallsbewegung

Lass den Zufall entscheiden, wie sich dein Kind bewegt.

Der Zufall entscheidet, welche Bewegungspause das Kind ausführt. Hier: würfeln

 

Steigerung: Das Kind wirft den Würfel 2x oder später 3 oder 4 x und muss sich alle Bewegungen in der richtigen Reihenfolge merken und auch so ausführen.

Oder: Die gewürfelte Zahl zeigt die Anzahl Wiederholungen an.

Was trainieren wir hier gleich mit?
Das Kind verbessert seine grobmotorischen Fähigkeiten. Es trainiert sein Arbeitsgedächtnis, weil es sich die (kürzere oder längere) Anweisung merken muss, bis es sie fertig ausgeführt hat. Wenn es mehrere Bewegungen würfelt, trainiert es dies noch intensiver!

Hol dir ganz einfach die Karten mit den Tiergängen und die Zufallsbewegungen, und schon könnt ihr loslegen! Für deine eigenen Ideen erhältst du noch eine leere „Puzzle“ Vorlage mit dazu!

Hier geht’s zum Download

Dein Material zum Download

 

Balancieren

Stelle einige Stühle und Hocker in einer lockeren Reihe auf und lass dein Kind von einem Stuhl zum nächsten steigen. Pass die Abstände der Stühle seinen Fähigkeiten an!

über Stühle balancieren

Lass es auch über Stühle hinweg steigen, unten durch krabbeln und vom letzten Stuhl runter springen!

Was trainieren wir hier gleich mit?
Hier trainiert dein Kind sein Gleichgewicht und sein motorisches Geschick. Es lernt, überlegt und sorgfältig vorzugehen. Noch mehr Übungen fürs Gleichgewicht findest du hier.

Nasenpinseln

Das Kind hält einen Pinsel (oder einen Stift) an die Nase. Die Spitze zeigt von ihm weg. Jetzt soll es den Kopf so bewegen, wie wenn es den Pinsel/Stift zum Zeichnen führen würde.

Nasenpinseln lockert die Nackenmuskeln und entspannt die Augen

Lass es Umrisse nachfahren: einen Baum, einen Tisch, eine Lampe…

Der Sinn ist, dass es seinen Kopf sanft im Nacken bewegt.

Was trainieren wir hier gleich mit?
Diese eher sanfte Übung lockert die Nackenmuskeln, wenn sich dein Kind beim Schreiben noch verkrampft (funktioniert auch bei Erwachsenen!). Sie fördert auch die Hand-Augen-Koordination, die fürs Schreiben benötigt wird.

Nummer 2 für Konzentration: Kraftprotz

Die Kraftprotz Übungen werden gleich im Anschluß an die Bewegungsübungen ausgeführt. Sie stimulieren die Muskeln und Gelenke in der Tiefe. Viele Kinder lieben diese Stimulation!

Idealerweise bringen sie dein Kind elegant wieder an den Tisch zurück! Lass es also als letzte Übung die  „Auf Stuhl abstützen“ oder „Auf Unterarm abstützen“ Übung machen.

Schubkarre

Halte dein Kind an den Beinen, während es auf den Händen läuft. Je näher du deine Hände zum Po platzierst, desto einfacher ist es für dein Kind. Dreht eine Runde um den Esstisch, wenn ihr das schafft! Uns sonst steigert ihr einfach langsam eure Strecken.

Falls es dir nicht möglich ist, dein Kind in der Schubkarre zu halten, kann es seine Füße an der Wand abstellen und so seitwärts gehen.

Kraftprotz Übungen triggern die Eigen-Wahrnehmung

Wandliegestütz

Dein Kind ist etwas weiter als eine Armläne von der Wand entfernt und macht zur Wand Liegestützen. Wie viele schafft es?

Auf Stuhl abstützen

Dein Kind setzt sich auf den Stuhl und stützt seine Hände auf der Sitzfläche ein. Nun hebt es seinen Po an und hält sich so in der Luft.

Auf Unterarme abstützen

Es sitzt auf einem Stuhl und platziert seine Unterarme auf der Tischplatte. Nun stützt es sich so auf die Unterarme, dass es sich über der Sitzfläche schwebend halten kann.

Nummer 3 für Konzentration: Atemübungen

Am besten macht ihr die Atemübungen gemeinsam. Nach einer Weile beherrscht sie dein Kind auch alleine.

Arme schwingen

Schwingt die Arme hoch und tief. Atmet dabei beim Hochgehen ein, beim Tiefgehen aus.

Atemübungen: zum Beispiel "Suppe riechen und kühlen"

Suppe kühlen

Ihr hält eure Hände vor euch, wie wenn ihr eine tiefe Schale mit Suppe darin halten würdet. Bläst vorsichtig durch den Mund auf die Suppe (wie zum Kühlen), atmet dann durch die Nase tief den feinen Duft ein.

Wiederholt das 3x.

Federchen wegpusten

Platziere 3 Federchen vor deinem Kind: je 1 links, rechts und in der Mitte. Es holt 3x tief Atem und pustet jedes mit 1 Atemzug vom Tisch.

Wenn du gerade keine Federn zur Hand hast, tun es auch kleine Papierschnipsel oder Wattebäusche.

Bewegungspausen sind Sofort-Hilfen für die Konzentration!

Jedes Kind wird sich nach diesen Bewegungspausen gleich wieder besser konzentrieren können. Führe dein Kind durch diese 3-stufigen Pausen hindurch und zeige ihm, wie es wieder bereit wird für Neues!

Wenn ihr es euch zur Gewohnheit macht, regelmäßig Bewegungspausen einzulegen, wird es immer schneller und einfacher in die Konzentration finden. 

 

Was dein Kind für eine gute Konzentration noch braucht:

Ein gutes Arbeitsgedächtnis: Es kann alle Informationen, die es für einen Arbeitsauftrag braucht, im Kopf behalten. Die besten Spiele für ein gutes Arbeitsgedächtnis findest du hier.

Impulshemmung: Es gibt nicht einem ersten Reiz nach, sondern überlegt zuerst. Hier findest du das Training für Nicht-Reinplatzen.

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